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Grüß dich Kai,

vielen Dank für deinen Gedanken anregenden Artikel. Ich teile deine Beobachtungen und bin gespannt, in welche Richtung sich das ganze entwickeln wird.

Ich denke, dass Wahrheit seine Wirkung bzw. seinen Wert auch deswegen verloren hat, weil wir lange Zeit das Dogma gehört haben, es gäbe nicht die eine Wahrheit. Die logische Konsequenz daraus ist, dass sich über Wahrheit zu streiten nicht lohnt oder geschweige denn, sich an ihr zu orientieren.

Für die nächste Gesellschaft halte ich es für wichtig die alte Frage "Was ist Wahrheit?" wieder aufzumachen und über darüber zu streiten was wahr ist. Natürlich mit einer liebevollen Haltung, was selbst unter Freunden manchmal schon schwer ist.

Und eine Frage will ich aufwerfen: Hat Wissen jemals eine ordnende Funktion gehabt? Ist es nicht vielmehr ein Instrument und der sie in Händen hält, hat die Macht sie zur Ordnung oder zur Unordnung zu gebrauchen?

Den Gedanken weiterführend würde ich sagen, dass sich aus Wahrheit oder Wissen (sofern man das synonym verwenden kann) nicht ohne weiteres Orientierung ableiten lässt. Zu wissen, Zucker im allgemeinen gesundheitsschädlich ist, verpflichtet ja noch nicht zum Handeln, konkret zum Zuckerverzicht. Denn gleichzeitig ist Zucker auch ziemlich lecker und ich muss jetzt für mich eine Gewissensentscheidung treffen: Will ich lecker oder gesund? Sicher kann man hier auch Synthesen finden, aber die Stoßrichtung des Beispiels ist denke ich klar.

Für die nächste Gesellschaft ist es aus meiner Sicht daher wichtig, eine gemeinsame Kultur mit gemeinsamen Werten wiederzufinden. Dann fällt es uns vielleicht leichter, das Spannungsfeld der Wahrheit besser bewerten zu können.

Viele Grüße und schönes Wochenende!

Philip

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